Wir trauern um Franz-Josef Droste

Leider mussten wir diese Woche erfahren, dass unser Gruppen-Mitglied Franz-Josef Droste verstorben ist. Schon längere Zeit konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv an unserer Gruppenarbeit teilnehmen.

Franz-Josef war seit dem Ende seiner Schulzeit überzeugtes Amnesty-Mitglied, stieß aber erst 2009 nach seiner Pensionierung zu unserer Gruppe. Er brachte sich sofort sehr engagiert beim Projekt „Pfad der Menschenrechte“ ein. Die Vermittlung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, auf der die Arbeit von Amnesty International fußt, war ihm ein wichtiges Anliegen. Um die Eröffnung des Menschenrechtspfads zu ermöglichen, ließ er bei der Stadtverwaltung und in den politischen Gremien nicht locker, bis ein Standort gefunden und eine Vereinbarung getroffen war. Im September 2012 konnte er zusammen mit unserer Gruppe die Einweihung in Anwesenheit des damaligen Oberbürgermeisters Norbert Feith und der Bezirksvertretung Wald an der Korkenziehertrasse in Höhe des Schulzentrums Vogelsang feiern.

Auch bei der Besetzung von Infoständen und anderen Veranstaltungen konnten wir immer auf Franz-Josefs Mithilfe zählen. Unsere Diskussionen bereicherte er durch seine dezidierte Haltung. Er war jemand, der Klartext redete und keine Ausreden gelten ließ. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und wünschen seiner Familie viel Kraft.

Weihnachtsdürpel 2017

Jaja, der Weihnachtsdürpel kommt dieses Jahr auch wieder so furchtbar plötzlich, aber heut ist es endlich wieder soweit: Wir freuen uns ab 15 Uhr auf Euren Besuch und am Samstag und am Sonntag natürlich auch.

Es gibt selbstgemachte Marmelade und Plätzchen, Kuchen im Glas und fair gehandelte Schokolade von der GEPA, außerdem Eintrittskarten für das Theaterstück „Ich werde nicht hassen“ des Ali Jalaly-Ensembles, das wir am 20. April 2018 zusammen mit dem Theater Gaudium in der evangelischen Stadtkirche Ohligs zeigen und – last but not least – könnt Ihr erstens an unserem Stand beim diesjährigen Briefmarathon mitmachen und zweitens eine Geburtstagskarte an Johan Teterissa unterschreiben, der jetzt schon seit fast 10 Jahren in Indonesien inhaftiert ist, obwohl er lediglich friedlich für die Unabhängigkeit der Molukken demonstriert hat.

Freitag, 8. Dezember: 15.00 – 21.00 Uhr, Samstag, 9. Dezember: 11.00 – 21.00 Uhr, Sonntag, 10. Dezember: 11.00 – 18.00 Uhr im Park an der evangelischen Stadtkirche Wittenbergstraße, Solingen-Ohligs.


Und hier noch das Rezept für Bio-Vollwert-Spritzgebäck von Bernhard Erkelenz:

Zutaten:

  • 750g Weizenvollkornmehl*
  • 375g Butter*
  • 300g Vollrohrzucker (Mascobado GEPA fair)*
  • 2 Eier (Empfehlung: „haehnlein“ – die Eier, für die keine männlichen Küken geschreddert oder vergast werden)*
  • Saft und Schalenabrieb einer halben Zitrone*
  • etwas Kochsalz

* K.b.A. (kontrolliert biologische/r Anbau bzw. Haltung)

Kino: Die Stimme meines Vaters

Foto: Perisan film

Am 21. November zeigen wir im Forum der VHS mit „Die Stimme meines Vaters“ den letzten Film aus der Reihe „Kino für Menschenrechte 2017“.

Die alte Basê wartet seit Jahren voll schmerzlicher Sehnsucht auf die Heimkehr ihres Sohnes Hasan. Wie einst der längst verstorbene Vater ist er von Haus und Heimat im Süden der Türkei weg gegangen, ohne zu hinterlassen wohin. Tag und Nacht hofft Basê mit jedem Geräusch von draußen, dass der Sohn durch die Tür tritt.

Bei den Vorbereitungen seines Auszugs aus dem elterlichen Haus fällt Mehmet, dem jüngeren Sohn, eines der Tonbänder in die Hände, das seine Mutter und er vor langer Zeit für den Vater besprochen hatten. Damals waren sie die einzige Möglichkeit zur Kommunikation. Telefon gab es nicht, er war noch zu klein zum Lesen und Schreiben, seine Mutter Analphabetin. Schmerzlich wird ihm bewusst, dass er seinen eigenen Vater nicht gekannt hat. Die einzige Chance, mehr über Mustafa zu erfahren, sieht er in den Tonbändern, doch Basê streitet deren Existenz konsequent ab. Je länger Mehmet nach den Bändern sucht, desto mehr erfährt er von der sich nur zögernd öffnenden Mutter aus der Vergangenheit seiner Familie.

Nach und nach fügen sich die Teile zu einem Puzzle zusammen, das Aufschluss darüber gibt, warum die Nachbarskinder Basê üble Streiche spielen, warum immer wieder bedrohliche Gestalten im Vorgarten stehen und nach Hasan fragen, warum die Mutter anonyme Anrufe erhält, bei denen sich niemand meldet. Und er beginnt zu verstehen,  warum Basê alles verdrängt, was an ihren Mann, seinen Vater erinnert.

Als Gesprächspartner für die anschließende Diskussionsrunde mit dem Publikum haben wir Ali Dogan eingeladen. Er ist Sprecher des Türkischen Volksvereins Solingen und Umgebung.

Die Stimme meines Vaters
Spielfilm, Türkei/Frankreich/Deutschland 2012
Regie: Orhan Eskiköy, Zeynel Dogan

Dienstag, 21. November 2017, 19:00 Uhr
Forum der Bergischen VHS Solingen, Mummstr. 10

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

In Kooperation dem Christlich-Islamischen-Gesprächskreis und der Bergischen VHS Solingen.

Weitere Infos zur Filmreihe:
Kino für Menschenrechte 2017

Theater: Ready for boarding

Foto: Olga Holzschuh

In Kooperation mit dem Kulturmanagement der Stadt Solingen zeigen wir am 7. Oktober 2017 im Theater und Konzerthaus das Live-Hörspiel „Ready for boarding“ des Brachland-Ensembles, das auf dem CIA-Folterreport basiert.

Paris, Brüssel, Nizza, Würzburg, Ansbach. Zunehmende Verunsicherung in der europäischen Gesellschaft. Das Brachland-Ensemble wirft in der derzeitigen fragilen Lage einen Blick zurück auf den 11. September 2001 und die Auswirkungen auf den Umgang mit Bürger- und Menschenrechten – Werte, die in der jetzigen Situation erneut angreifbar erscheinen. Die Anschläge von 09/11 veränderten die politische und gesellschaftliche Stimmungslage gewaltig und führten dazu, dass die damalige US-Regierung ohne Rechtsgrundlage Menschen inhaftierte und folterte. Der Untersuchungsbericht des US-Senats über das geheime CIA-Verhör- und Internierungsprogramm deckt die Geschehnisse auf und diente dem Brachland-Ensemble als Basis für dieses Live-Hörspiel.

Drei SprecherInnen vertonen mit Hilfe weniger Requisiten den fassungslos stimmenden Text, der teils zu Dialogen umgeschrieben wurde und so den 600 Seiten starken Bericht in lebendige und schier unfassbare Situationen übersetzt. Atemberaubend ist dabei nicht nur die Perfidität der CIA-Verhörmethoden, sondern auch das Scheitern einer Bürokratie, die versagte, als es darauf ankam. In Anbetracht der Anschläge in Europa stellt sich die Frage, wie heute dieser Gefahr begegnet wird: Werden Europas Regierungen besonnener sein als aktuelle US-Präsidentschaftskandidaten, die die Wiedereinführung des CIA-Programms fordern?

Im Anschluss an die Aufführung findet eine Diskussionsrunde in Anwesenheit von Gruppenmitgliedern von Amnesty International sowie dem Ensemble statt.

Samstag, 7. Oktober 2017 um 19:30 Uhr

Theater und Konzerthaus Solingen
Konrad-Adenauer-Straße 71
42651 Solingen

Eintritt 17,-€
Schüler und Studenten 5,- €
Rentner 40% Ermäßigung
Behinderte und Solingen-Pass-Inhaber 50% Ermäßigung

Kartenvorverkauf

Renovierung des Menschenrechtspfads

Margret Engel (links) von der Firma Ätztechnik Herbert Caspers und Daniela Tobias von der Solinger Amnesty-Gruppe.

In den Sommerferien wurde der Pfad der Menschenrechte an der Korkenziehertrasse komplett überarbeitet. Nach 5 Jahren waren leider an einigen Stellen die farbigen Grafiken beschädigt und im wahrsten Sinne des Wortes „der Lack ab“.

Für Margret und Thomas Engel von der Firma Ätztechnik Caspers war es eine Ehrensache, die Renovierung kostenlos zu übernehmen. Auch die Solinger Firmen Solith und Schäfer Werbung beteiligten sich. Die Farbdrucke auf den Edelstahlplatten wurden entfernt, neu gedruckt und anschließend mit einer neuen Grafittischutzfolie überzogen, die deutlich widerstandsfähiger sein soll als der vorherige Lack.

„Wenn man sieht, wie schnell man heute in der Türkei einfach verhaftet werden kann, dann muss man dafür einstehen, dass die Menschenrechte verteidigt werden“, erläutert Thomas Engel das Engagement von Ätztechnik Caspers.

Genutzt wurde der Pfad im letzten Jahr von der Internationalen Klasse des Mildred-Scheel-Berufskollegs. Johanne Buyken hatte mit ihren Schülerinnen und Schülern Texte über Menschenrechte entwickelt, die während eines Projekts mit dem Jump-In der AWO-Aqua als Audioaufnahmen eingesprochen wurden und jetzt für den Audioguide zum Menschenrechtspfad zur Verfügung stehen. Im kommenden Jahr möchte sich Buyken erneut mit ihrer Klasse daran beteiligen.

Die Stadt Solingen wird im Winter noch rote Pflastersteine vor den Tafeln verlegen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

 

 

Leben braucht Vielfalt: Frei. Gleich. Fair.

Am Samstag, 16. September 2017 findet ab 11 Uhr in der Solinger Innenstadt (Fronhof/Hauptstraße/Clemensgalerien) wieder das Umwelt- und Kulturfest „Leben braucht Vielfalt“ statt. Amnesty ist in diesem Jahr Veranstaltungspartner, denn das Motto „frei. gleich. fair“ bezieht sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Hierzu wird es während des Festes eine Quiz-Rallye geben.

Wir sind natürlich auch wie gewohnt mit einem eigenen Stand vertreten und sammeln Unterschriften. Außerdem haben wir unser beliebtes Torwandschnipsen dabei, bei dem man mit geschickten Fingern fair gehandelte Produkte von GEPA gewinnen kann.